Sonntag, 20. Juli 2014

Norwegian Spirit - vom Mittelmeer über die Kanaren

Schönes Kreuzfahrtschiff, interessante Route und günstiger Preis. Wenn diese Voraussetzungen alle erfüllt sind, erlaube ich mir als Kenner auch einmal einen Tipp:

Die Norwegian Spirit, eines der Schiffe zum Träumen, mit 12 Restaurants für die kulinarischen Genüsse, bietet noch einige sehr günstige Offerten ab 519 Euro inklusive Flug ab Frankfurt an. Gegen Aufpreis sind auch Zubringerflüge von anderen europäischen Flughäfen möglich. Auf 10 Decks werden die Passagiere (max. 2018) von 962 Crewmitgliedern betreut. Ein sehr gutes Verhältnis von fast 1:2.
Eine komfortable Ausstattung von der Innenkabine bis zur Suite, machen die hohe See zum Zuhause. Stilvolles Ambiente im Restaurant (Fotos: e-hoi) oder die Badelandschaft auf dem Oberdeck erfüllen alle Wünsche.  Und natürlich steht Ihnen auch ein 24-Stunden-Kabinenservice zur Verfügung, der Ihnen jederzeit Speisen auf Ihr Zimmer bringt. Auch die Route ist sehr interessant. Vom Mittelmeer über Gibraltar zu den Kanarischen Inseln. 
Gestartet wird in Barcelona, weiter geht es über Casablanca in Marokko zur portugiesischen Insel Madeira. Über Teneriffa, Lanzarote und Malaga geht es nach 11 Tagen zurück zum Ausgangshafen. Eine interessante Strecke für einen erschwinglichen Preis. Flug ab Frankfurt, Vollverpflegung und alle Gebühren bereits enthalten z. B. für 519 Euro vom 5.1. bis 15.1.2015.
Wenn, dann jetzt gleich Buchen zur Norwegian Spirit

Dienstag, 8. Juli 2014

AIDAdiva - Zwischen den Nahost Fronten

Raketenteile regnen auf das Deck der AIDAdiva


Das Kreuzfahrtschiff AIDAdiva (Archivbild) geriet gestern Abend im Hafen von Aschod in Israel in Kampfhandlungen zwischen Palästinenser und Israel. Raketenteile stürzten auf das Oberdeck und versetzten die Passagiere in helle Aufregung. Schäden oder Verletzte gab es nicht. Inzwischen befindet sich die AIDAdiva auf dem Weg Richtung Kreta (Google Karte oben).
Wie berichtet wird, lag das Schiff gestern Abend am 7. Juli 2014 noch im Hafen von Aschod - ca. 30 km südlich von Tel Aviv, als um 20.28 Uhr am Nachthimmel über ihr sich mehrere Explosionen ereigneten. Trümmerteile einer Rakete regneten auf das Deck nieder.
Wie die AIDA-Reederei inzwischen mitteilte waren es kleine Geschossteile einer wahrscheinlich israelischen Abwehrrakete.
„Wir bedauern es sehr, dass die Gäste von AIDAdiva Zeugen dieses Zwischenfalls wurden. … Die aktuelle Sicherheitslage in Israel wurde und wird durch uns permanent beobachtet und mit Hilfe eigener und externer Analysen qualitativ bewertet“ ...so AIDA Cruises.

Ferne Ziele in Nahost sind nicht abschätzbare Risiken. Der Nahe Osten ist und bleibt ein Gefahrenherd. Überraschende Kampfhandlungen mit weitreichenden Waffensystemen verschonen auch nicht die in den Häfen oder nahen Gewässern fahrenden Kreuzfahrtschiffe.
Es war sicher kein gezielter Raketenangriff auf das AIDA Schiff. Ziel dürfte vielmehr die Hafenstadt Aschod oder eine in der Nähe liegende Militärstellung gewesen sein.
Aber fehlgeleitete Flugkörper oder die weit verstreuten Trümmerteile einer Rakete machen auch nicht vor Touristen halt.
Es kam aber nicht überraschend. Bereits seit Tagen bekriegen sich beide Parteien. Häfen in Israel komplett zu streichen wäre die sichere Alternative gewesen. Aber der Wunsch der Passagiere jetzt genau dieses Land oder die Hafenstadt zu besuchen, schreckt oder verzögert eine Entscheidung.
Die Sicherheitsideologie von AIDA Cruises - soweit kenne ich die Gesellschaft - wird sicher in naher Zukunft diese gefährdeten Häfen und Gebiete nicht mehr Anlaufen  ...und andere Gesellschaften sind gewarnt.

Und hier ein Vorort Video von der Explosion der Rakete vor bzw. über der AIDAdiva:

Freitag, 27. Juni 2014

Neubau MEIN SCHIFF 3 bald auf den Kanaren

TUI Flaggschiff mit neuer Umwelttechnologie

Bald wird das neue Flaggschiff  von TUI Cruises Mein Schiff 3 auch auf den Kanaren auftauchen. Ab November 2014 wird es dann regelmässig auch in den Hafen von La Palma Einlaufen. Auf seiner Kanarentour (Alle Infos zur Mein Schiff 3 finden Sie hier!) über Madeira und je nach Route auch über Marokko werden die schönsten Inseln der Kanaren besucht. Jetzt war aber erst einmal am 12. Juni 2014 die Schifftaufe in Hamburg. Vor einer großen Kulisse (Fotos: TUI Cruises) wurde der erste komplette Schiffsneubau von TUI entsprechend gefeiert.


Die Taufpatin Helene Fischer (Foto) umrahmte in einem Open Air Live-Konzert auf dem St. Pauli Fischmarkt die Veranstaltung. Das Mein Schiff 3 gehört zu einer neuen Generation deutscher Kreuzfahrtschiffe:
Gebaut wurde es auf der finnischen Werft STX Finland Oy mit einer Schiffslänge von 293,3 m, einer Breite von 38,5 m und 15 Decks. 1000 Besatzungsmitglieder betreuen die 2.506 Passagiere. Eine kleine schwimmende Stadt mit entsprechender Infrastruktur soll das Bordleben für die Gäste so angenehm wie möglich machen. 11 Restaurants und Bistros (wie das Restaurant "Atlantik" unten) und 12 Bars und Lounges versorgen kulinarisch den Gast. Der SPA & Sportbereich umfasst 1700 m².

Mit modernster Umwelttechnik sollen in Sachen Umweltschutz Maßstäbe gesetzt werden. Rund 30 % weniger Energieverbrauch und einem neuartigen Abgas- Nachbehandlungssystem zur Reduzierung von Emissionen.
Die Entschwefelungsanlage senkt die schädlichen  Schwefelemissionen um bis zu 99 Prozent, der Partikelausstoß geht um 60 Prozent zurück. Auch die eingesetzte Katalysatoren reduzieren die Stickoxidemissionen um 75 Prozent. Es ist immerhin ein erster Schritt die Umweltbelastung zu reduzieren.

Stellt sich jetzt natürlich die Frage wie viel Sprit verbraucht das Schiff tatsächlich?  Das lässt sich nicht so einfach beantworten.
Das ältere Kreuzfahrtschiff Queen Mary II hat nach den bekannten Daten eine Tankkapazität von 4.381 Tonnen Heizöl. Pro Tag werden ungefähr 438 Tonnen verbrannt. Das entspricht täglich dem Jahresverbrauch von 550 Autos. Pro Person verursacht eine 7-tägige Kreuzfahrt mehr CO2 als ein durchschnittliches Auto pro Jahr verursacht  (Quelle: VCÖ).

Was Mein Schiff 3 nun in Zahlen weniger verbraucht, kann nur der Betreiber beantworten. Es gibt sicher erst in einigen Monaten Erfahrungswerte. Alle jetzigen Angaben sind noch rein rechnerisch.
Ich will dieses Thema in Zukunft erneut aufgreifen und mit vielleicht konkreten Zahlen und Vergleichen aufwarten.

Wenn Sie nicht bis November 2014 warten wollen auf die Kanaren zu kommen, gibt es aktuell noch eine andere Möglichkeit.
Der Kanarische Touristikverband verlost eine 7-tägige Flugreise für 2 Personen auf eine Insel ihrer Wahl in einem 4*- Hotel incl. Mietwagen.
Nur die Beantwortung einiger Fragen und etwas Glück ist notwendig. Hier geht es zur Werbeaktion Urlaub gewinnen. Oben rechts können Sie die Sprache auf deutsch einstellen und die zugesandte Mail mit Knopfdruck bestätigen.

Mittwoch, 28. Mai 2014

Trauma oder Traum

Was sind das für Berichte?

Kunden klagen über Alptraum-Kreuzfahrt auf der Costa Fortuna in der WAZ

Nie wieder Mein Schiff 1 auf-Kreuzfahrt.de

AIDA - Für uns nie wieder! in der AIDA Weblounge

und ähnliche Berichte und Meinungen. Alle spannend und oft auch amüsant zu lesen.
Es sind aber zum Glück nur vereinzelte Erfahrungswerte und persönliche Einschätzungen.

Auch auf einer Kreuzfahrt geht mal etwas schief. Ob technische Defekte, das miese Wetter oder politische Unruhen zum Kurswechsel zwingen - die Sicherheit der Passagiere und des Schiff hat grundsätzlich oberste Priorität.
Ob und welche Ziele oder Strecken befahren werden, entscheidet nicht die Reederei an Land, sondern in der Regel der Steuermann vor Ort. Es ist der Kapitän der die Lage am Besten einschätzen kann. Er ist auch für das Wohl und die Sicherheit seiner Gäste verantwortlich.

Ob er nun schnell oder langsam durch ein "Piratengebiet" fährt und warum ein bestimmter Hafen jetzt nicht angelaufen wird, hat sicher seinen Grund. Nicht alle Kursänderungen müssen und können schon aus zeitlichen Gründen mit allen Passagieren durchdiskutiert werden.
Ein Pilot der Lufthansa wird auch nicht seine Passagiere fragen, ob er ein Schlechtwettergebiet mit starken Turbulenzen umfliegen soll. Aufgrund seiner Erfahrung und Einschätzung wird er es einfach machen ... und genauso ist es in der Kreuzfahrt.

Es liegt im Interesse des Kapitän und seiner Reederei alle Gäste zufrieden zustellen und keine Negativ-Propaganda zu erzeugen.
Glückliche Passagiere sind der beste Werbeträger und darauf wird jedes Unternehmen achten.

Natürlich kann es auch einmal passieren dass eine Tür klemmt, kein warmes Duschwasser zur Verfügung steht, die Maschinen besonders laut klappern oder ein Restaurant überfüllt ist.
Nicht jedem schmeckt der angebotene Tischwein oder die Zubereitungsart des Essen. Die Auswahl ist aber so vielfältig, dass jeder Gast bei etwas gutem Willen auch für sich das Richtige findet.

Wenn man es aber darauf anlegt oder bereits mit der Absicht an Bord geht einen Mangel zu finden - dann wir man auch fündig.
Jeder gute Wille der Besatzung den Konflikt zu entschärfen oder mit bordeigenen Mitteln zu beseitigen, hat dann keine Chance mehr.

Auch sind die oben angeführten Schiffe auf keiner First Class Luxuskreuzfahrt unterwegs für die 10.000 Euro und mehr hingelegt werden muss. Es sind "Massenkreuzfahrten" für einen Bruchteil dieser Kosten.
Damit ist es eigentlich selbstverständlich, dass kein eigener Butler zur Verfügung steht und auch nicht täglich zum Frühstück schon Kaviar und Schampus serviert wird.
Für eine Last-Minute Tour, ein Schnäppchen oder eine Just-AIDA Reise für 599.- € kann und darf keine Luxus Suite mit Balkon, Gourmet 5* -Vollpension und sonstigen Extras erwartet werden.
Es kann eine Innenkabine ohne Fenster, aber mit einem normal üppigen Speiseangebot - meist als Selbstbedienung - mit entsprechend und im Preis eingeschlossenem Tischgetränk sein.
Das wird auch in den entsprechenden Reisebeschreibungen so beschrieben.

Bei 2500 Passagieren an Bord ist es auch keine Solo-Kreuzfahrt im kleinen Kreis. Mit vielen Menschen auf engstem Raum, erlebt man auch die persönlichen Eigenarten, die guten oder schlechte Manieren, auch aufgezwungene Gespräche und die kleinen Problemchen seiner Mitmenschen.

Wenn alle gewohnt sind Punkt 18.00 Uhr den Speisesaal zu stürmen (anscheinend eine deutsche Tugend), gibt es einfach einen Rückstau. Auch um 20.00 Uhr ist noch ausreichend Essen vorrätig, dafür gibt es dann aber genügend Platz.

Wer es anders braucht und den Trubel scheut, bucht einfach eine andere Kreuzfahrt die seinen Wünschen nahe kommt. Dann aber sicher nicht zu diesem Preis.

Eine tiefgefrorene Supermarkt Pizza für 1,99 € hat auch nicht den Geschmack und die Qualität einer frisch zubereiteten Pizza beim Italiener. Für 7,50 € sitze ich hier am gedeckten Tisch mit entsprechendem Ambiente und werde bedient. Das ist der kleine Unterschied.

... und noch etwas - würde sich jeder Gast direkt beim Kapitän beschweren, könnte niemals das Schiff den Hafen verlassen. Der Kapitän hätte dann für seine eigentliche Aufgabe keine Zeit mehr.

Ich habe seit vielen Jahren mit den kritisierten Schiffen beruflich zu tun. Mit tausenden Passagieren habe ich mich ungezwungen bei Landausflügen schon unterhalten. Auch mich interessiert es, wie das Schiffsleben an Bord so empfunden wird.
Fast alle Gäste (99 %) fühlen sich gut aufgehoben und sind mit dem Preis/Leistungsverhältnis einverstanden und zufrieden. Viele sind Stammgäste und schwören natürlich auf "ihre" Reederei.
Ob es die lockere Atmosphäre auf der AIDA oder die etwas formellere Art der TUI Schiffe ist - alle können eine Kreuzfahrt nur weiter empfehlen.
Auch das Speiseangebot sei reichlich und gut und für jeden etwas dabei.
Mit einer kleinen Ausnahme. So guten Ziegenkäse wie hier auf La Palma (wird während meiner kleinen Weinprobe als Tapa gereicht), gäbe es selbst auf ihrem Schiff nicht.

Wie dem auch sei - lassen Sie sich nicht von diesen "Nörglern" die natürlich ihren Unmut auch öffentlich kund tun müssen, vergraulen. Es sind Ausnahmeerscheinungen.

Eine Kreuzfahrt ist ein Erlebnis. Auch kleine Pannen - wie halt im Leben so üblich, sind nicht ausgeschlossen. Auch für kleines Geld bekommen Sie schon ihre "Traum Kreuzfahrt". Nur realistisch
sollte man dann doch bleiben.


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Dienstag, 13. Mai 2014

Mein Recht (Dein Recht) auf einer Kreuzfahrt

Reiserecht:

Die große Freiheit auf den Weltmeeren erleben.
Früher lauschte man gerne den Geschichten und so manchen Kalauern der Seeleute und Matrosen. Die wenigsten Menschen hatten selbst eine Kreuzfahrt oder eine Atlantiküberquerung erlebt. Es war ein besonderes Privileg für nur Wenige, zeitaufwendig und vor allem sehr teuer (Foto: Hark Schröder - Blick von La Gomera zum Teide nachTeneriffa).
Die luxuriöse Queen Elizabeth, die MS Hamburg, Gorch Fock, die Deutschland und die alten Geschichten um die Titanic waren einem Landmenschen weit ab vom nächsten Meer höchstens bekannt. Erst durch die Fernsehserie "Das Traumschiff" und den Wandel im Tourismus wurde auch eine Kreuzfahrt für den "Normalbürger" interessant und bezahlbar.

Es wurden mehr Schiffe gebaut, die Cruises wurden immer größer, nicht mehr so feudal ausgestattet, die Kabinen kleiner und der "Dinner" mit Selbstbedienung dem "Massentouristen" angepasst. Eine Kreuzfahrt wurde nun auch für den Normalverdiener erschwinglich. Von mehren Zigtausend Dollar oder damals D-Mark sind heute bereits Kreuzfahrten für 600.- Euro inklusive Transfer, Flug und Vollpension zu haben. Alles durchorganisiert und wie gewünscht im Allinklusive- Pauschalpaket.

Damit fingen jetzt aber ganz neue Probleme an. Mit der Zunahme von Kreuzfahrtgästen gab es auch mehr zwischenmenschliche Konflikte.

Das habe ich gebucht und bezahlt, das ist mein Recht und darauf bestehe ich. In meiner Kabine ist es zu laut, der Nachbar raucht auf seinem Balkon oder das Salatdressing ist zu sauer. Dinge die einfach auftreten, wenn viele Menschen aufeinander treffen. Spannungen die längst aus dem Land - Massentourismus bekannt waren.

Unbeschwert kann man vielleicht noch auf einer kleinen Jolle oder auf seiner eigenen Yacht über die Meere schippern (Foto: Waschtag im Hafen von La Palma).


Kann keine gütliche Einigung erreicht werden, wird die staatliche Instanz - das Gericht angerufen. Schließlich sind wir ja Rechtsschutz versichert. Damit Sie mich nicht falsch verstehen - Recht muss natürlich Recht bleiben. Nur gibt es viele kleine Dinge, die sich bei etwas gutem Willen auch so regeln lassen. Die Hemmschwelle für den "Prozesshansel" ist nicht mehr sehr hoch. Damit bekommen Gerichte Arbeit und Anwälte ihr Einkommen. In den letzten Jahren gab es in Sachen "Kreuzfahrt" viele neue Urteile. Einige habe ich dazu einmal heraus gesucht:


Kreuzfahrt durch "meterdickes Packeis"

- so die Ankündigung des Veranstalters. Tatsächlich gab es aber keine einzige Eisscholle zu sehen. Die globale Erwärmung sei schuld.
Wenn bei Antarktis-Kreuzfahrten wichtige Teile der Tour ausfallen und versprochene Höhepunkte nicht zu sehen sind bzw. überhaupt nicht angesteuert werden, gibt es Schadenersatz.
Das Oberlandesgericht (OLG) Köln Aktenzeichen 16 U 82/07 - sprach dem Passagier 10 % des Reisepreises als Erstattungsanspruch zu.

 

Ehestreit als Hinderungsgrund

Ein Ehemann buchte im August zusammen mit seiner Ehefrau eine Kreuzfahrt für ca. 9000,- Euro, für die er gleichzeitig eine Reiserücktrittskostenversicherung abschloss.
An Weihnachten kam es zu einem heftigen Ehestreit. Die Ehefrau wollte aus der gemeinsamen Wohnung ausziehen.
Der Mann verfiel in eine starke Depression und stornierte daraufhin im Januar unter Vorlage eines ärztlichen Attests die Reise.
Schlaflosigkeit, Angstgefühle und niedergedrückte Stimmung sind objektiv keine schwere Erkrankung. Die Reiserücktrittskostenversicherung muss nicht zahlen - Amtsgericht München Aktenzeichen: 181 C 15698/00.

 

Hafen nicht Angelaufen

In den Geschäftsbedingungen kann ein Reiseveranstalter wirksam vorsehen, dass unter Umständen einige Häfen nicht angelaufen werden. Bei Kreuzfahrten obliegt es häufig dem Kapitän, meist wetterbedingte Änderungen des Routenverlauf vorzunehmen.
Häfen können dann in anderer Reihenfolge oder überhaupt nicht angesteuert werden. Wir erleben es alle Jahre auf den Kanaren wieder, dass aufgrund von hohem Seegang, Sturm oder bei starker Unterströmung  das Einlaufen in bestimmte Häfen zu gefährlich für Passagier und Schiff ist. Der Anlandeversuch wird abgebrochen und ein anderes Ziel angesteuert.
Minderungsansprüche können in diesem Falle nicht geltend gemacht werden (Landgericht Bremen Aktenzeichen 1 O 1335/01).

Wenn das Schiff ständig schaukelt

Ein Kreuzfahrtveranstalter hat keinen Einfluss auf das Wetter. Ein Schiff bewegt sich normal auf Wasser - oft auf dem weiten Meer. Naturbedingt ist es dem Seegang ausgesetzt.
Wer als Kreuzfahrt-Urlauber an einer Kreuzfahrt teilnimmt, muss damit rechnen, dass das Schiff ständig schaukelt. Eine Reisepreisminderung kommt daher nicht in Betracht (Amtsgericht München Aktenzeichen 274 C 234427/00).

Unzumutbare Geräuschbelästigung

Kommt es wegen defekter Stabilisatoren auch nachts zu einer unzumutbaren Geräuschbelästigung und ist an Schlafen nicht zu denken, rechtfertigt dies eine Reisepreisminderung von 50 Prozent je Reisetag und eine Entschädigung für nutzlos aufgewendete Reisezeit von täglich 36 Euro (AG Frankfurt/Main AZ: 30 C 1259/05

Verletzungen bei Sturm

Verletzt sich ein Passagier - im vorliegenden Fall bei Windstärke Sieben, liegt kein Kündigungsgrund des Reisevertrages vor.
Die Besatzung hatte wiederholt über Lautsprecher darauf hingewiesen, sich jetzt gut festzuhalten. Der Kläger - ein älterer Herr hielt sich wahrscheinlich nur am Vorhang fest und stürzte.

Den Veranstalter von Kreuzfahrtreisen kann hier keine Schuld treffen. Die Verletzung ist unter "Verwirklichung des allgemeinen Lebensrisikos" einzustufen - Landgericht Bremen (AZ: 7 O 124/03) und OLG Bremen 3 U 139/96.

Mit Whisky-Flaschen an Bord

Geht ein Passagier mit zwei angebrochenen Whisky-Flaschen an Bord, kann er gegen die Hausordnung verstoßen. Das Sicherheitspersonal an der Eingangskontrolle hat ihm deshalb in Oslo beide Flaschen versiegelt und wollte sie bis zum Ende der Reise verwahren.
Nimmt er diese Flaschen gegen den Willen des Sicherheitspersonal wieder in seinen Besitz, kann er nicht des Schiffes verwiesen werden.
Der Kläger machte Ansprüche wegen der zusätzlichen Heimreisekosten geltend. Das Gericht gab ihm recht, da das Verhalten des Reisenden keine Auswirkungen auf Schiff, Besatzung und Passagiere hatte.

Keine deutsche Reiseleitung

Wird im Katalog eine deutschsprachige Reiseleitung zugesichert, so gilt das nicht nur für Landausflüge, sondern auch an Bord.
Dies ist ein Reisemangel und wurde mit einer Minderung von 5 % auf den Reisepreis vom LG Frankfurt - Az: 2/24 S 377/01 entschieden.

Klimaanlage mit Tücken

Bei einer 33-tägigen Schiffskreuzfahrt durch tropische und subtropische Seegebiete schwankte wiederholt die Kabinen- Temperatur  zwischen 20,5 und 23°C.
Diese "unbehagliche Atmosphäre" rechtfertigt bei einem Gesamtreisepreis von 25.000 € allenfalls eine Minderung von 1.500 € - so das Gericht.
Diese kleinen Schwankungen können schon beim kurzzeitigen Türöffnen durch hereinströmende warme oder kalte Luft entstehen.

Bord-Pool ohne Wasser

Wenn ein Bade-Pool auf einer gehobenen Kreuzfahrt für fast 6.000 Euro auch an Tagen mit ruhiger See nicht mit Wasser befüllt wird, kann der Reisepreis gemindert werden.
Für jeden Tag billigte das AG München - Az: 274 C 23427/00 - eine anteilige Minderung von 5 % zu.

Das "Zwangs" Trinkgeld

Wird eine Kreuzfahrt mit "599.- pro Person *" mit diesem berühmten Sternchen beworben, darf dahinter nicht ein Zwangs Service Entgelt verborgen sein.
Für jede "beanstandungsfrei an Bord verbrachter Nacht" muss ein Entgelt in Höhe von 7 € (Zwangs-Trinkgeld) entrichtet werden. Dies ist unlautere Werbung und wegen des fehlenden Endpreis unzulässig - KG, 12.2.2013 - Az: 5 W 11/13



... und so gibt es täglich neue Urteile im Kreuzfahrt-Recht. Alles ist geregelt oder muss geregelt werden. Es scheint eine ausgesprochene deutsche "Tugend" zu sein.
In südlichen Ländern, wie etwa hier auf den Kanaren ist das lange nicht so ausgeprägt. Bei ungerechter Behandlung oder einem Mangel wird zwar auch lautstark protestiert. Man einigt sich aber schnell und geht mit einem kleinen Lächeln auf den Lippen wieder zufrieden auseinander.